Wie man Vertrauen aufbaut, erprobte Tipps!

4 Jul

Vertrauen aufbauen: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Vertrauen aufbauen ist das A und O in jeder Beziehung und doch fällt es uns meist gar nicht so leicht, wie es eigentlich sollte: Einem Menschen blind zu vertrauen verlangt viel Überwindung, Mut und Risikobereitschaft ab. Sowohl in der Freundschaft und der Familie als auch in der Partnerschaft möchten wir, dass unser Gegenüber an uns glaubt und wir uns stets auf ihn verlassen können. Allzu oft mischt sich jedoch die Angst verletzt zu werden und der Kontrolldrang unter und führt zu Beziehungsproblemen. Warum ein Sprung über den eigenen Schatten aber oft belohnt wird und das Vertrauen in uns selbst und nahestehende Personen uns ein glücklicheres Leben bescheren kann.

Für den Ökonom Adam Smith stellt es die Voraussetzung für den Austausch von Waren, Wissen und Dienstleistungen in der Gesellschaft dar. Für die Journalistin Joyce Brothers den besten Beweis für die Liebe: Immer wieder aufs Neue wird von uns in verschiedenen Kontexten Vertrauen gefordert. Das kann für uns auf der einen Seite sehr anstrengend, auf der anderen Seite aber auch sehr erfüllend sein. Gerne möchten wir für unser geschenktes Vertrauen belohnt werden und von einem für uns wichtigen Menschen Halt und Zuneigung erfahren.

Wir unterscheiden zwischen zwei Seiten der Medaille: dem Selbstvertrauen und dem Vertrauen in und auf unsere Mitmenschen. Zu viel vom einen, zu wenig vom anderen oder gar nichts von beidem sorgen in unserem Umfeld für die typischen Bilder vom grauen Mäuschen, naiven Dummchen oder der eifersüchtigen Ziege. Obwohl wir mit einer Grundeinstellung herangehen, die von unserer Erziehung und unseren Erfahrungen geprägt ist, können wir sehr viel an unserem Vertrauensmaß arbeiten. Mit gutem Willen, Motivation und ein bisschen Arbeit können wir uns die nötige Portion Vertrauen in uns und Andere aneignen und so vom Angsthasen zum mutigen Löwen werden.

Selbstvertrauen – Ich glaube an mich

Obwohl pauschalisieren immer schwer ist und es natürlich Ausnahmen gibt, neigen gerade Frauen im Beruf oft dazu sich selbst zu unterschätzen und ihr Licht unter den eigenen Scheffel zu stellen. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alleine schaffe; die Kollegen können das viel besser; ich habe noch viel zu wenig Erfahrung“ sind Gedanken, die wahrscheinlich jede Frau im Berufsalltag irgendwann einmal einholen.

Im Gegenzug tendieren Männer eher dazu sich zu überschätzen und überhöht darzustellen. Ihr großes Ego bringt sie nicht selten in missliche Situationen, in die viele Frauen durch ihre Unscheinbarkeit nicht einmal kommen würden. So oder so können Selbstbewusstseinsprobleme und Zweifel zu schlechter Laune, verpassten Chancen und gescheiterten Existenzen führen.

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Besonderheiten ist für uns essentiell wichtig, um uns in der eigenen Haut wohlzufühlen. Fehlt uns dieses, geraten wir vermehrt in Abhängigkeiten, lassen uns häufiger ausnutzen oder machen schlechte Erfahrungen, die wie in einem Teufelskreis zu einem weiter sinkenden Selbstwertgefühl führen können. Leere Versprechungen und abermalige Trial-and-Error Versuche können uns hingegen auf der Arbeit und im Freundeskreis als überheblich und wichtigtuerisch wirken lassen. Um sowohl das eine als auch das andere zu vermeiden, sollten wir möglichst realistisch versuchen unser Können einzuschätzen.

Selbstbewusstsein

Quelle: Flickr, von Jamie

So banal es sich anhört, gilt es einen Spruch immer im Hinterkopf zu behalten: Nobody is perfect. Ehrlichkeit zu sich selbst, eine regelmäßige Selbstreflexion und der Mut, sich selbst Fehler einzugestehen und aus diesen zu lernen, helfen uns die richtige Portion Selbstvertrauen aufzubauen. Viel öfter sollten wir uns nach dem Aufstehen sagen: „Ich bin gut, so wie ich bin“, um positiv eingestellt in den Tag zu gehen und mit festem Stand die alltäglichen Probleme meistern zu können.

Sich als gekünstelte Person durch den Alltag zu bewegen macht uns und die Menschen in unserem näheren Umfeld nicht glücklich. Außerdem ist dieses Versteckspiel der Persönlichkeit auf Zeit sehr anstrengend. Warum es also nicht einfach lassen? Erst wenn wir selbst mit uns zufrieden sind und uns für gut und liebenswert befinden, können wir vertrauensstarke Beziehungen aufbauen und das Miteinander ohne Zweifel genießen.

Fremdvertrauen – Ich glaube an dich und uns

Geht es nicht um das Vertrauen in uns selbst, sondern in andere Menschen, sprechen wir vom so genannten Fremdvertrauen. Als Grundstein ist dieses vor allen Dingen für innige und langanhaltende Beziehungen wichtig. Zwar treffen wir täglich viele Menschen, halten Smalltalk, geben Informationen weiter oder tauschen Meinungen aus, jedoch haben wir nur zu einer Hand voll ein wirklich vertrauensvolles Verhältnis. Wir wollen auch gar nicht mit jedem gut Freund sein.

Warum das so ist? Ganz einfach: Vertrauen setzen wir nur in Menschen, zu denen wir uns emotional besonders hingezogen fühlen. Menschen, mit denen wir wichtige und private Momente teilen wollen und die uns durch verschiedene Phasen unseres Lebens begleiten – ob es uns gut geht, wir wütend und traurig oder verzweifelt sind. Das sind die Elemente, die uns verbinden und uns einander Stück für Stück näherbringen. Oder um es in den Worten des Lyrikers Mathias Claudius zu sagen: „Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.“

Möchte wir Fremdvertrauen zu einem Mitmenschen aufbauen ist es wichtig, dass eine große Portion Selbstvertrauen und -zufriedenheit vorhanden ist. Bevor wir Zuneigung und Liebe schenken können, ist es Voraussetzung uns selbst zu mögen und als liebenswert anzusehen. Oder um es salopp auszudrücken: Man muss erst einmal auf sich selbst klarkommen, bevor es Andere tun. Ansonsten können wir das geschenkte Vertrauen nicht wertschätzen und in vollen Zügen genießen. Sondern zweifeln immer daran, warum der Gegenüber uns Nahe stehen möchte.

Ohne diese Voraussetzungen sind Vertrauensbrüche, Streit, vorsätzliches Verletzen, Kontrolle und schließlich die Entscheidung getrennte Wege zu gehen als Eskalationspunkt sehr wahrscheinlich. Folglich entstehen nur sehr inkonstante und schwache Bindungen, Freundschaften und Partner werden schnell gewechselt und das langanhaltende Glück scheint in weite Ferne zu rücken. Nur durch Vertrauen können wir die essentiellen Bedürfnisse in unseren Beziehungen wie Sicherheit, Geborgenheit, Unbeschwertheit und Halt genießen. So liegt es im ersten Schritt an uns selbst, Bereitschaft für solch ein Bündnis zu entwickeln.

Warum fällt es uns so schwer zu vertrauen?

Für jeden von uns kommt allerdings früher oder später der Tag an dem unser Vertrauen auf die Probe gestellt und schließlich gebrochen wird. Das Risiko enttäuscht zu werden ist ein ausschlaggebender Faktor, der uns in Beziehungsfragen eher den Schwanz einziehen und doch auf Nummer sichergehen lässt. Enttäuschung, Frustration, Demut, Scham, Erniedrigung, Angst, Verbitterung – all diese Begriffe schwirren uns im Kopf herum, wenn wir an das Scheitern einer Beziehung durch einen Vertrauensbruch und den damit verbundenen Schmerz denken.

Bevor man sich bewusst dazu entschließt eine Bindung einzugehen, kommt man ohnehin nicht drum herum sich selbst und dem Menschen an seiner Seite die Vertrauensfrage zu stellen: Habe ich genug Vertrauen in den Anderen und hat er auch genug Vertrauen in mich, sodass unsere Beziehung halten kann?

Vertrauen und Angst

Gerade in Liebesbeziehungen ist Vertrauen immer wieder ein großes Thema. In einer von ElitePartner durchgeführten Umfrage im Jahr 2009 mit 4750 Teilnehmern gaben 66 Prozent der Männer an, dass sie ihrer Partnerin völlig vertrauen. Die befragten Frauen zeigten sich als größere Skeptiker: Nur 44 Prozent gaben an ihrem Liebsten grundsätzlich zu vertrauen. Ebenso viele Frauen bekannten sich dazu, dass ihnen aufgrund schlechter Erfahrungen in vorhergehenden Beziehungen bedingungsloses Vertrauen extrem schwerfällt. Daher ist ein gezieltes Vertrauen aufbauen in Beziehungen sehr wichtig und wird häufig unterschätzt.

Ab wann gilt das Vertrauen als gebrochen? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten und die Antwort seinem Gegenüber eindeutig kommunizieren – hier sind Absprachen und Teamwork gefragt, um einem Verrat vorzubeugen. Für den einen ist es die nicht eingehaltene Abmachung sich abends zum Essen zu treffen, was vor allen Dingen die Verlässlichkeit aufeinander bröckeln lässt.

Für den Anderen ist es das Versprechen zu brechen, immer für einander da zu sein und auch in schlechten Zeiten Beistand und Trost zu schenken. So gerne man sich ab und an mal über den Streitpartner im Freundeskreis auslässt, ist schlechtes Reden hinter dem Rücken auf Dauer ein deutliches Anzeichen für Probleme in der Beziehung – und natürlich auch sehr hinterhältig und feige. Mit Sicherheit ist gerade Lügen ein wichtiger Punkt und absolutes No-Go in der Familie, Freundschaft und Partnerschaft. Ausgenommen sind kleinere Notlügen zum Schutz des Gegenübers, die meistens in die moralische Grauzone fallen.

Lügt man den Anderen zwar nicht an, verschweigt ihm aber essentielle Dinge, die die Beziehung zueinander beeinflussen, entfernen wir uns immer mehr und bieten ihm einen triftigen Grund an der Verbindung zu zweifeln. Schnell fühlt er sich ausgegrenzt und fragt sich, warum er nicht mehr einbezogen wird.

Und so sehr es uns auch unter den Fingern brennt die ein oder andere WhatsApp Nachricht oder Facebook Mail zu lesen, wenn unser Gesprächspartner mal kurz den Raum verlässt: Solche Kontrollgänge lassen unsere Beziehung nur allzu schnell ins Wanken geraten. Wenn wir uns dann schließlich in der Konfrontation solche Fehler nicht eingestehen können, hängt der Haussegen gewaltig schief.

Lernen Anderen zu vertrauen

Der erste Eindruck zählt: Laut einer Studie der Universität Berkeley/Kalifornien wissen die meisten Menschen im Durchschnitt bereits nach 20 Sekunden, ob sie ihrem Gegenüber vertrauen können oder nicht. Obwohl sich dieses Bild sehr schnell in unseren Köpfen festsetzt, baut sich das genannte Vertrauen erst durch viele gemeinsame Erlebnisse auf und festigt sich mit fortschreitender Zeit. Eine pauschale Anleitung Vertrauen aufzubauen gibt es natürlich nicht, auch wenn das viele Ratgeber versuchen, um es uns so einfach wie möglich zu machen.

Vertrauen aufbauen

Sich auf einen Menschen einzulassen hat sehr viel mit Überwindung zu tun. Sagen wir ja zum Vertrauen, treten aus unserer Komfortzone heraus und springen ins kalte Wasser, ist das der beste Weg, um selbst auch Vertrauen geschenkt zu bekommen. Ganz nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ müssen wir Mut zeigen und dürfen nicht zu lange warten, wenn sich uns die passende Gelegenheit bietet. Außerdem hilft es immer wieder sich in den Gegenüber hineinzuversetzen und einen Blick aus seiner Perspektive zu wagen, um das empathische Verständnis zu fördern. So können wir nicht nur ihn, sondern auch uns selbst und die Wirkung auf unsere Mitmenschen besser nachvollziehen.

So schwer das auch fallen mag, ist es manchmal unentbehrlich einen Vertrauensvorschuss ohne Wenn und Aber zu gewähren. Mancher Leser mag sich jetzt wohl denken: Wenn das doch immer nur so einfach wäre! Wer Anderen aber von vornerein offensichtlich misstraut und sich dementsprechend reserviert, ablehnend und passiv verhält, dem wird auch weniger Vertrauen entgegengebracht. Gerade menschenscheue Wesen haben deshalb oft Probleme vertrauensfeste Beziehungen einzugehen.

Ist man einmal in diesem Teufelskreis gefangen, ist es sehr schwer ohne eigene Initiative wieder rauszukommen. Hält man an der erfahrenen Enttäuschung fest und lässt nicht los, blockiert dies das Eingehen einer neuen Beziehung. Deswegen lautet die Devise: Stets nach vorne und nicht zurückblicken!

„Wie du mir, so ich dir.“

„Wenn ich nicht sofort mit negativen Gedanken auf Menschen zugehe und diesen eine Chance gebe, dann fühle ich mich besser, und ich habe mehr Gelegenheiten, anderen Menschen nahe zu sein“, so Psychotherapeut Rolf Merkle. Ist man also selbst aktiv, strahlt Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft aus, so trifft man eher auf vertrauenswürdige Menschen.

Schenkt der eine Part dem Anderen Vertrauen, so ist auch dieser gewillt gleichzuziehen und es entsteht im Austausch ein wertvolles Geben und Nehmen: das beidseitige Vertrauen. Abhängig davon, wie viel man in diesen Vertrauensvorschuss investiert, erhält man im Gegenzug genau so viel oder sogar noch mehr zurück. Kurzum: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Tatsächlich beweist eine Oxford Studie aus 2014, dass Menschen mit höherem Vertrauenspensum auch höheren beruflichen Erfolg haben. Das sagt natürlich nichts über die hard und soft skills einer Persönlichkeit aus, jedoch kann man auf eine größere Zufriedenheit schließen. Einhergehend mit solch einem großen Vertrauenspensum, ist die Fähigkeit Menschen besser einzuschätzen und so durch eine ausgeprägte Menschenkenntnis in Kontakt mit ehrlichen, verantwortungsbewussten und charakterstarken Menschen zu gelangen. Diese haben wiederum einen positiven Einfluss auf unsere Ansichten und Lebensweisen.

Gute Gefühle erzeugenFrei nach dem Motto „Die guten ins Tröpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“ können wir so eine zielgenaue Auswahl treffen, mit welchen Menschen wir uns auf Dauer abgeben möchten und mit welchen nicht. Wer also Vertrauen schenkt, wird sichtlich belohnt und hat weniger Sorgen im Leben.

Dieses Phänomen kann man wissenschaftlich mit dem Pygmalion– oder Rosenthal-Effekt erklären: Haben wir hohe Erwartungen an den vertrauensvollen Umgang mit einem Menschen und zeigen dies, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser unseren Erwartungen gerecht werden will und dementsprechend handelt. Kurzum: Mit ein bisschen Glück bekommen wir genau das, was wir uns wünschen.

So liegt es auch hier wieder im ersten Schritt an uns selbst, ob wir auf einen Menschen vertrauen können oder nicht. Ohnehin kommen wir aber nicht drum herum uns von Mensch zu Mensch und Fall zu Fall die Vertrauensfrage zu stellen. Und so wichtig es ist sich auf den Gegenüber einzulassen und ihm vertrauensvoll entgegenzublicken, so wichtig und menschlich ist es eine gewisse Portion Misstrauen in sich zu tragen.

Solange wir rational denken und auf unsere Umwelt achten, ist solch ein Schutzschild ab und an absolut sinnvoll. Das muss nicht unbedingt immer auf uns selbst bezogen sein. Gerade wenn es um den Umgang mit Kinder geht, die viele Situationen noch nicht einschätzen können und denen wir möglichst ein gutes Vorbild sein wollen, können wir durchaus etwas kritischer und vorsichtiger sein. Trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass wir als eben jene Vorbilder auch zeigen sollten, wem Kinder vertrauen können und wem nicht.

Das Vertrauen von anderen gewinnen

Jetzt heißt es: aktiv werden! Was können wir also tun, um das Vertrauen einer uns wichtigen Person zu gewinnen? Natürlich gilt es in erster Linie Beziehungen so gut es geht zu pflegen. Anrufe tätigen, Nachrichten schreiben, Skype oder Facetime nutzen und Treffen organisieren: Regelmäßiger Kontakt ist die wichtigste Aktivität, um eine feste Bindung aufzubauen.

In den Gesprächen selbst ist es sinnvoll nicht nur die inhaltliche, sondern auch die Gefühlsebene anzusprechen. Wie geht es mir in der Gegenwart des Partners? Was macht mir Sorgen, was macht mich glücklich? Im Gegenzug ist aktives Zuhören bei Gesprächsbedarf des Anderen angesagt: Aufmerksamkeit schenken und Zeichen dieser senden, auf den Gesprächspartner eingehen, Emotionen reflektieren und Empathie zeigen. Gerade beim Geben von Feedback und Ratschlägen ist es wichtig immer ehrlich zu sein und die Bedürfnisse des Gegenübers voranzustellen – Probleme schönreden hilft keinem, konstruktive Kritik dagegen schon.

5 Tipps um Vertrauen aufzubauen

Im Allgemeinen ist diese bereits angeschnittene Loyalität enorm wichtig. Stets für den geliebten Menschen da sein und zu ihm zu stehen sind nur zwei Verhaltensweisen, die Verlässlichkeit ausdrücken und einen guten Freund und Partner ausmachen. Dabei gilt es sich und dem Gegenüber nichts vorzuspielen und stets Authentizität zu bewahren. Selbst Wünsche äußern, auf die des Anderen eingehen und gemeinsam Kompromisse finden: Das bringt einander näher und verdeutlicht den Blick in die Zukunft Seite an Seite.

Ab und an mal den Dickkopf zurückstellen und die eigenen Bedürfnisse hinten an stellen geben dem Partner außerdem das Gefühl von Wichtigkeit. Gerade in Partnerschaften sollte man auch gemeinsame Ziele ansprechen: Wo geht es zusammen hin? Worauf arbeitet man zu und was will man im Team erreichen? Das zeigt der vertrauten Person, dass man auch auf Dauer die Beziehung erhalten möchte.

Wodurch Vertrauen ins Wanken gerät

Versucht man diese Dinge stets im Hinterkopf zu behalten und auf den Anderen einzugehen, ist die halbe Miete in Sachen Vertrauen schon gesichert. Immer wieder passiert es uns aber, dass wir bewusst oder unbewusst genau das Gegenteil machen und Andere verletzen. Das hat oft mit unserem Ego, einer von uns unerwarteten Aktion des uns vertrautem Menschen oder dem Gefühl immer wieder alleine Energie in die Beziehung reinzustecken zu tun.

Gefährlich wird es, wenn ein Konkurrenzdenken eintritt, was uns zu Machtspielchen verleitet, um den Anderen auszubooten. Schnell geraten wir in Streitlaune und spüren den inneren Drang unserem Gegenüber Schuldzuweisungen an den Kopf zu werfen. „Immer wieder machst du dieselben Fehler; nie nimmst du Rücksicht auf mich; es soll immer nur nach deinem Kopf gehen“, sind typische Vorwürfe, die die Bindung zueinander schwächen.

Es muss aber nicht immer so direkt sein. Auch unterschwellige, mehr oder weniger versteckte Anfeindungen, können irgendwann das Fass zum Überlaufen bringen und zur Eskalation führen. Ist dies erst geschehen, sind Distanzierung und das bewusste Verschweigen von wichtigen Details aus dem eigenen Leben der nächste Schritt, sich auf passive Weise immer mehr voneinander zu entfernen.

Streit führen

Ist man dann genervt und frustriert im eigenen oder gemeinsamen alleine unterwegs, ist das Schmieden von Allianzen und Profilieren auf Kosten des Anderen mit das schlimmste, was man machen kann. Hinter dem Rücken des Streitpartners zu handeln und ihm keine Chance zu geben das Problem zu lösen, stellt einen großen Vertrauensbruch dar und macht viele Möglichkeiten die Beziehung zu kitten zunichte.

Auch das Ausnutzen von Schwächen, die einem bewusst anvertraut wurden, ist ein absolutes No-Go in der Beziehung. Dementsprechend stiften jegliche Racheakte nur böses Blut und sind selten wieder gut geschweige denn ungeschehen zu machen. Ist man bereits an diesem Punkt angekommen, wird es schwer die Beziehung aufrecht zu erhalten, ohne dass beide Seiten großes Leid ertragen müssen.

Wie man Vertrauen testet

Kommt man ins Grübeln darüber, ob man einem Menschen wirklich vertrauen kann, sollte man sich erst einmal fragen woher diese Unsicherheit kommt. Ist es eine grundlegende Skepsis oder beruht das Gefühl auf einer bestimmten Tat des Anderen? Auch hier ist gerade bei Zweiterem wieder Kommunikation das A und O, um das gegenseitige Vertrauen aufzubauen und zu stärken. Einen ausgeklügelten Vertrauenstest gibt es nicht, obwohl diverse Tests auf Online-Frauenmagazinen wie gofeminin.de einen netten Zeitvertreib bei Langeweile bieten.

Denkt man darüber nach die nahestehende Person auszuspionieren oder gespielten Situationen als Eignungsprüfung vorzutäuschen und setzt dies in die Tat um, ist bereits im Vorhinein klar, dass das Vertrauensverhältnis gestört ist. Solche Tests bewirken meist genau das Gegenteil von dem was sie eigentlich sollen. Wenn unser Testobjekt zusätzlich von der Inszenierung erfährt, steht das Fortführen der Beziehung in den Sternen.

Alles in allem bleibt uns also nicht viel Weiteres übrig als uns selbst an die eigene Nase zu fassen und zu versuchen, so gut es geht, mit viel Vertrauen unseren Mitmenschen gegenüberzutreten. In den meisten Fällen stehen wir uns selbst im Weg und brauchen einen Schubs in die richtige Richtung, um uns zuversichtlich und mit viel Energie in das Abenteuer Vertrauen aufbauen zu stürzen. Mal funktioniert das gut, mal eher schlecht.

Vorhersagen kann man im Endeffekt nie treffen, Menschen verändern sich schließlich und manche Dinge passieren selbst nach Jahren der gemeinsamen Vertrautheit ohne sie wirklich aktiv herbeigeführt zu haben, geschweige denn sie zu verstehen. Das kann jedem einzelnen von uns passieren, und doch gilt es immer wieder vertrauensvoll nach vorne zu blicken. Denn wie heißt es so schön: Man muss manchmal erst den falschen Weg gehen, um den richtigen zu finden.

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